Hörgerät und Brille gleichzeitig tragen
Hörgerät und Brille gleichzeitig tragen – funktioniert das problemlos?
Viele Menschen benötigen im Laufe ihres Lebens sowohl eine Brille als auch ein Hörgerät. Entsprechend häufig hören wir in unseren Filialen Fragen wie:
„Passt ein Hörgerät überhaupt hinter meine Brille?“
oder
„Drücken sich Hörgerät und Brillenbügel nicht gegenseitig weg?“
Die gute Nachricht:
In den allermeisten Fällen lassen sich Hörgerät und Brille problemlos gemeinsam tragen.
Moderne Hörsysteme sind deutlich kleiner und komfortabler geworden als noch vor einigen Jahren. Gleichzeitig bieten heutige Brillenfassungen zahlreiche Möglichkeiten, um beide Hilfsmittel optimal miteinander zu kombinieren.
Trotzdem gibt es einige Punkte, die Sie kennen sollten. Denn nicht jede Brille, jedes Hörgerät und jede Ohrform sind gleich.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, worauf es ankommt und wie Sie vermeiden, dass Brille und Hörgerät im Alltag zur Belastung werden.
Warum stellen sich viele Menschen diese Frage?
Die Sorge ist nachvollziehbar.
Sowohl Brillenbügel als auch viele Hörgeräte sitzen hinter dem Ohr.
Auf den ersten Blick scheint dort kaum ausreichend Platz vorhanden zu sein.
Besonders Menschen, die erstmals ein Hörgerät erhalten sollen, stellen sich Fragen wie:
-
Wird das unangenehm?
-
Entstehen Druckstellen?
-
Verrutscht die Brille?
-
Ist das Hörgerät sichtbar?
-
Kann ich beides gleichzeitig problemlos aufsetzen?
In der Praxis zeigt sich jedoch, dass diese Sorgen meist größer sind als die tatsächlichen Probleme.
Welche Hörgeräte gibt es überhaupt?
Um die Kombination besser zu verstehen, lohnt sich zunächst ein Blick auf die verschiedenen Bauformen.
Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte (HdO)
Hier sitzt das eigentliche Hörgerät hinter dem Ohr.
Der Schall wird über einen dünnen Schlauch oder Lautsprecher in den Gehörgang übertragen.
Diese Bauform ist besonders weit verbreitet.
Ex-Hörer-Hörgeräte (RIC)
Bei diesen Geräten sitzt der Lautsprecher direkt im Gehörgang.
Das eigentliche Hörgerät hinter dem Ohr fällt dadurch besonders klein aus.
Viele moderne Hörgeräte gehören heute zu dieser Kategorie.
Im-Ohr-Hörgeräte (IdO)
Diese Geräte sitzen vollständig oder teilweise im Gehörgang.
Hinter dem Ohr befindet sich kein zusätzliches Gerät.
Ob diese Bauform geeignet ist, hängt jedoch von der individuellen Hörminderung und den anatomischen Voraussetzungen ab.
Aus unserer Erfahrung bei Optik Jahn
In unserer täglichen Beratung erleben wir häufig, dass Kunden deutlich mehr Respekt vor der Kombination aus Brille und Hörgerät haben als nötig.
Viele Menschen kommen mit der festen Überzeugung:
„Mit meiner Brille wird ein Hörgerät niemals funktionieren.“
Nach einer Anprobe zeigt sich jedoch oft das Gegenteil.
Besonders moderne Ex-Hörer-Systeme sind heute so kompakt gebaut, dass sie gemeinsam mit einer Brille kaum auffallen.
Interessanterweise berichten viele Kunden nach kurzer Zeit sogar, dass sie vergessen, überhaupt ein Hörgerät zu tragen.
Ein weiterer Punkt:
Viele Menschen konzentrieren sich ausschließlich auf das Hörgerät.
In der Praxis spielt jedoch häufig die Brille die größere Rolle.
Eine gut angepasste Brille mit passenden Bügeln kann den Tragekomfort erheblich verbessern.
Warum funktioniert die Kombination heute besser als früher?
Moderne Hörsysteme sind:
-
kleiner
-
leichter
-
ergonomischer
geworden.
Gleichzeitig haben sich auch Brillenfassungen verändert.
Besonders schmale Bügel sorgen heute dafür, dass hinter dem Ohr ausreichend Platz bleibt.
Während frühere Hörgeräte oft relativ groß waren, sind moderne Systeme häufig kaum größer als ein kleiner USB-Stick.
Dadurch entstehen deutlich weniger Konflikte mit der Brille.
Typische Alltagssituationen
Situation 1: Der Fernsehabend
Viele Kunden bemerken zunächst nur, dass der Fernseher immer lauter wird.
Nach der Hörgeräteversorgung fällt häufig auf, dass die Lautstärke deutlich reduziert werden kann – obwohl weiterhin dieselbe Brille getragen wird.
Situation 2: Restaurantbesuch
Gerade in lauten Umgebungen profitieren viele Menschen von modernen Hörsystemen.
Die Kombination aus guter Sicht und besserem Sprachverstehen sorgt häufig für deutlich entspanntere Gespräche.
Situation 3: Autofahren
Hier arbeiten Brille und Hörgerät perfekt zusammen.
Die Brille sorgt für klare Sicht, während das Hörgerät wichtige akustische Informationen wie Gespräche, Navigationsansagen oder Warnsignale unterstützt.
Typische Fehler, die wir häufig sehen
Die Brille wird nicht überprüft
Manche Kunden lassen ihr Hörgerät anpassen, ohne die bestehende Brille zu berücksichtigen.
Dabei lohnt es sich oft, beide Hilfsmittel gemeinsam zu betrachten.
Zu dicke Brillenbügel
Sehr breite Bügel können hinter dem Ohr zusätzlichen Platz beanspruchen.
Das bedeutet nicht automatisch, dass die Brille ungeeignet ist, sollte aber berücksichtigt werden.
Falsches Aufsetzen
Viele Menschen setzen zuerst das Hörgerät und anschließend die Brille auf.
Dadurch kann das Hörgerät leichter verrutschen.
Beschwerden werden ignoriert
Druckstellen oder unangenehmer Sitz sollten nicht einfach hingenommen werden.
Oft lassen sich solche Probleme mit kleinen Anpassungen schnell beheben.
Welche Brillen eignen sich besonders gut?
Grundsätzlich können nahezu alle Brillenarten mit Hörgeräten kombiniert werden.
Besonders angenehm sind häufig:
-
leichte Fassungen
-
schmale Bügel
-
gut angepasste Bügelenden
Das bedeutet jedoch nicht, dass andere Fassungen ungeeignet sind.
Entscheidend ist immer die individuelle Anpassung.
Welche Hörgeräte eignen sich besonders für Brillenträger?
Eine pauschale Antwort gibt es nicht.
In unserer Beratung erleben wir jedoch häufig, dass moderne Ex-Hörer-Systeme von vielen Brillenträgern als besonders angenehm empfunden werden.
Gründe dafür:
-
geringes Gewicht
-
kompakte Bauform
-
unauffälliges Design
Welche Bauform sinnvoll ist, hängt jedoch immer von Ihrem Gehör und Ihren persönlichen Anforderungen ab.
Wie setzt man Brille und Hörgerät richtig auf?
Eine einfache Vorgehensweise hat sich bewährt:
-
Brille aufsetzen.
-
Hörgerät hinter dem Ohr positionieren.
-
Sitz kontrollieren.
Dadurch lässt sich meist vermeiden, dass Brille oder Hörgerät verrutschen.
Entscheidungshilfe: Welche Kombination passt zu Ihnen?
| Situation | Empfehlung |
|---|---|
| Brillenträger mit leichter bis mittlerer Hörminderung | Moderne Ex-Hörer-Systeme häufig komfortabel |
| Wunsch nach möglichst wenig Technik hinter dem Ohr | Im-Ohr-Hörgeräte prüfen |
| Breite Brillenbügel vorhanden | Anpassung gemeinsam mit Hörakustiker und Optiker prüfen |
| Unsicherheit beim Tragekomfort | Anprobe verschiedener Systeme sinnvoll |
Häufige Fragen
Kann ich jedes Hörgerät mit einer Brille tragen?
In den meisten Fällen ja. Die genaue Bauform sollte jedoch individuell ausgewählt werden.
Entstehen Druckstellen?
Bei korrekt angepassten Systemen normalerweise nicht.
Verrutscht meine Brille durch das Hörgerät?
Nein. Moderne Hörgeräte sind sehr leicht und beeinflussen den Sitz der Brille meist kaum.
Ist ein Im-Ohr-Hörgerät für Brillenträger besser?
Nicht unbedingt. Die Eignung hängt von Ihrer Hörminderung und der Anatomie Ihres Ohres ab.
Kann ich mit Hörgerät und Brille Sport treiben?
Ja. Viele Menschen nutzen beide Hilfsmittel problemlos beim Spazierengehen, Radfahren oder Wandern.
Fazit
Brille und Hörgerät schließen sich nicht aus.
Im Gegenteil:
Für viele Menschen bilden beide Hilfsmittel eine ideale Kombination aus besserem Sehen und besserem Hören.
Moderne Hörgeräte sind heute so kompakt und komfortabel, dass sie sich in den meisten Fällen problemlos mit einer Brille kombinieren lassen.
Wichtig ist eine individuelle Anpassung und die Berücksichtigung Ihrer persönlichen Bedürfnisse.
Unser Tipp von Optik Jahn
Da wir Augenoptik und Hörakustik unter einem Dach vereinen, betrachten wir immer das gesamte Zusammenspiel von Brille und Hörgerät. Wenn Sie unsicher sind, welche Lösung für Sie am angenehmsten ist, lohnt sich eine gemeinsame Beratung. Oft lassen sich bereits durch kleine Anpassungen Komfort und Alltagstauglichkeit deutlich verbessern.